Erste Sondierungen ..
... zwischen zwei bislang getrennten Forschungsfeldern
Auf Einladung des Instituts für Marketing fand am 3. Dezember 2024 in den Räumlichkeiten des Instituts ein Workshop zum Thema Credition im Marketing statt. Zielsetzung war es, in einem ersten Zugang auszuloten, ob die Creditionenforschung, die ihr Headquarter am Standort Graz hat, möglicherweise ein Puzzleteil zum weitgestreckten Feld der Marketingforschung beisteuern kann.
Prof. Andreas Strebinger
Mit dem Thema Credition kam ich erstmals in Berührung, als sich Prof. Angel im Anschluss an einen Vortrag von mir zu Wort meldete. Er brachte ein, dass aus Sicht der Creditionenforschung eine Dichotomie, also eine scharfe Trennung, von emotionalen und rationalen Ansätzen nicht möglich sei. Seither führten wir mehrfach Gespräche, die für uns beide sehr anregend waren. Sie kreisten immer wieder auch um die Frage: In welchem Ausmaß greift die Marketingforschung implizit auf eine Creditionentheorie zurück? Um genauere Einblicke in die Creditionenthematik zu bekommen veranstaltete ich an unserem Institut einen Workshop zm Thema Credition im Marketing. Das bot die Gelegenheit, dieser Frage erstmals in einem kleinen Kreis von Fachleuten nachzugehen.
Prof. Hans-Ferdinand Angel
Es ist völlig unbestritten, das die Interaktion zwischen den verschiedenen Akteur:innen im Kontext von Marketingaktivitäten in hohem Maße durch psychologische Aspekte beeinflusst ist. Doch beruht die Akzeptanz von Produkten oder Strategien, die man kaum oder gar nicht kennt, auch zu einem gewissen Teil auf jenen Vorgängen, die als Creditionen bezeichnet werden? Auch wenn Wirtschafsthemen im Credition Research Network schon bislang eine gewisse Rolle spielten, wurde bislang noch nicht explizit erörtert, ob und inwieweit Glaubensvorgänge auch im Kontext von Marketing relevant sind. Das grundsätzliche Interesse von Prof. Strebinger für diese Frage ermöglichte einen Workshop an seinem Institut, in dem die Frage erstmals erörtert werden konnte. Eine Pionierveranstaltung.